StartAktuellWehrpflicht, Weltpolitik und unbequeme Fragen – unser Denkatelier 2026

Wehrpflicht, Weltpolitik und unbequeme Fragen – unser Denkatelier 2026

Die Aula war ordentlich gefüllt, als das diesjährige Denkatelier am Marie-Curie-Gymnasium begann – das Thema europäische Sicherheitspolitik stieß offensichtlich auf Resonanz. Diskutiert wurde unter dem Motto „Zwischen Verantwortung und Zwang? – Die sicherheitspolitische Lage Europas, die Rolle der Bundeswehr und die gesellschaftliche Debatte um die Wehrpflicht“ – und gestritten wurde tatsächlich. Genau so war es gedacht: Die Veranstaltung sollte Kontroversität abbilden und Schüler:innen die Möglichkeit geben, unterschiedliche Standpunkte und Sichtweisen kritisch abzuwägen – um sich am Ende ein eigenes Urteil zu bilden.

Nach wochenlanger Vorbereitung war es soweit: Schüler:innen des Sowi-LK der Q1 hatten das Thema recherchiert, Gäste eingeladen und Fragen ausgearbeitet. Anesa und Melisa führten souverän durch den gesamten Spätnachmittag und moderierten die einzelnen Phasen der Veranstaltung. Die Podiumsdiskussion selbst übernahmen Konstantin und Miguel, die den Gästen mit pointierten Fragen auf den Zahn fühlten. „Als Moderatorinnen haben wir die Möglichkeit gehabt, die Gäste in persönlichen und direkten Gesprächen kennenzulernen“, berichteten Anesa und Melisa im Nachhinein. In den anschließenden Speeddating-Runden sorgten Lennart, Leonard und Anton als Tischmoderatoren dafür, dass die Diskussionen mit gezielten Impulsfragen in Gang kamen und eine konstruktive Gesprächskultur gewahrt blieb.

Auf dem Podium saßen drei Gäste mit sehr unterschiedlichen Perspektiven: Christoph Heusgen, ehemaliger UN-Botschafter und außenpolitischer Berater von Angela Merkel, eröffnete mit einem Impulsreferat. Seine Botschaft war klar: Europa muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Eine Anekdote über Jared Kushner sorgte dabei für hörbare Stille in der Aula des MCG.

Richtig lebendig wurde es beim Thema Wehrpflicht. „Durch die gegensätzlichen Meinungen zu dem Thema entstand ein guter Argumentationsfluss“, fasste eine:r der Schüler:innen treffend zusammen. Roland Sperling (Die Linke), Stadtverordneter in Neuss, erntete lauten Applaus, CDU-Bundestagsabgeordneter Carl-Philipp Sassenrath hielt dagegen – und die Aula des MCG diskutierte mit.

Das Denkatelier ist eben genau das, was Leonard so beschreibt: „Eine tolle Veranstaltung, bei der man nicht nur die Chance hat, seine eigene Meinung zu diskutieren, sondern auch den Expert:innen Fragen über aktuelle Themen zu stellen. Es gibt Schüler:innen die Möglichkeit und die Plattform, kontroverse und aktuelle Themen zu besprechen und proaktiv mehr über diese Themen zu lernen.“

„Die Veranstaltung hat insbesondere durch die impulsive Podiumsdiskussion einen Einblick in die Kontroverse des Themas gegeben“, so Melisa – und: „Das Denkatelier hat gute Impulse und Anregungen für weitere Diskussionen über europäische Sicherheitspolitik gegeben.“

Auch auf der digitalen Pinnwand, auf der Schüler:innen, Eltern und Lehrkräfte am Ende der Veranstaltung ihre Gedanken hinterlassen konnten, zeigte sich, was der Spätnachmittag bewegt hatte. „Ich nehme aus der heutigen Veranstaltung mit, wie wichtig es ist, über emotionale und schwierige Themen wie den Wehrdienst zu diskutieren und verschiedene Standpunkte anzuhören“, schrieb eine Person. Eine andere hielt fest: „Es war schön unterschiedliche Meinungen zu dem Thema vermittelt zu bekommen. Auch die Expertise war gut. Man hat gute Denkanstöße bekommen.“

Das MCG freut sich schon auf das nächste Denkatelier – welches Thema dann auf dem Programm steht, bleibt abzuwarten.

[NAG]

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