Kamp Vught war während des Zweiten Weltkriegs das einzige offizielle Konzentrationslager der SS im besetzten Westeuropa außerhalb Deutschlands. Heute erinnert eine modern gestaltete Gedenkstätte an die Schicksale der Zehntausenden Menschen, die hier gefangen gehalten wurden. Ein Teil des ehemaligen Originalgeländes grenzt heute an eine Kaserne sowie an eine Justizvollzugsanstalt.
Während einer professionellen Führung, die entsprechend der bilingualen Ausrichtung einzelner Kurse sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch durchgeführt wurde, erkundeten die Schülerinnen und Schüler das weitläufige Gelände. Besonders eindringlich war die Besichtigung der nachgebauten Baracken, die einen bedrückenden Einblick in den harten Alltag und die extrem engen Lebensbedingungen der Häftlinge gaben. Neben dem Krematorium mit drei Originalöfen stand auch die historische „Bunker-Zelle“ im Zentrum der Führung. Hier dokumentiert die Gedenkstätte die sogenannte Bunker-Tragödie, bei der nach einem Frauenaufstand 74 Frauen über 14 Stunden hinweg auf einer Fläche von nur 9,5 Quadratmetern eingesperrt wurden.
Ein weiterer zentraler Aspekt der historischen Aufarbeitung war die Rolle der Wirtschaft im Nationalsozialismus. Am Beispiel des „Philips-Kommandos“ wurde aufgezeigt, wie Häftlinge unter widrigen Bedingungen Zwangsarbeit für die Industrie leisten mussten, was einigen von ihnen zeitweise Schutz vor der Deportation bot.
Demgegenüber standen die Schicksale politischer Gefangener und das berührende Kinderdenkmal. Es erinnert an die Tragödie des Kindertransports vom Juni 1943, bei dem über 1.200 Kinder aus dem Lager deportiert und im Vernichtungslager Sobibor ermordet wurden.
Den Abschluss der Exkursion bildete der Gang zum nahegelegenen Erschießungsplatz im Wald. Ein dort errichtetes Mahnmal listet die Namen der 329 an dieser Stelle von der SS hingerichteten Menschen auf. Dieser Ort bot den Schüler:innen den Raum, die gewonnenen Eindrücke zu reflektieren und die Mechanismen des NS-Terrors fundiert nachzuvollziehen.
Der Besuch hat uns allen gezeigt, wie wichtig das aktive Erinnern ist. Die Exkursion war kein gewöhnlicher Schulausflug, sondern ein bewegender Tag, der den Jugendlichen die Bedeutung von Toleranz, Freiheit und Menschenwürde im Hier und Jetzt vor Augen geführt hat – ein unverzichtbarer Beitrag zur Erinnerungskultur an unserer Schule.
[Rebecca 9a, 2025/2026]
Fotoquelle (Kinderdenkmal): bertknot from scarborough, australia, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons




