Bereits zum zweiten Mal war das Ensemble OPUS 45 zu Gast am MCG mit einer musikalischen Lesung, die bleibende Eindrücke hinterlassen wird: „Ich wand’re durch Theresienstadt“.
Aus Tagebüchern, Akten und persönlichen Berichten las, sang und spielte der aus Funk und Fernsehen bekannte Schauspieler Roman Knižka Texte, die das Leben der Menschen im Ghetto Theresienstadt eindrucksvoll vor Augen führten. Dabei wurde er von Schülerinnen und Schülern des MCG unterstützt, die als Sprechchor Werke präsentierten, die das kulturelle Leben im Ghetto widerspiegelten. Gerade diese Verbindung aus historischem Text und lebendiger Musik vermittelte den Anwesenden, wie widerstandsfähig die Menschen dort waren und wie wichtig Kultur auch unter den unmenschlichsten Bedingungen bleiben kann.
Den emotionalen Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Live-Zuschaltung des Zeitzeugen Ernst Grube. Als Sohn einer jüdischen Mutter hat er Ausgrenzung und Deportation nach Theresienstadt erfahren. Im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern sprach er offen und sehr persönlich darüber, wie solche Erfahrungen in eine junge Person hineinwirken. Er bezeichnete sich selbst als „kontaktkrank“ – ein Begriff, der die tiefe Einsamkeit beschreibt, die ihn prägte, als ihm der Schulbesuch verwehrt blieb und nicht-jüdische Kinder ihn ausgrenzten. Seine Worte machten deutlich, welche Spuren eine Kindheit unter Diskriminierung und Angst hinterlässt – und warum es entscheidend ist, diese Erinnerungen weiterzutragen.
Wir danken allen Beteiligten und dem Kommunalen Integrationszentrum, die im Rahmen des Bundes-Förderprogramms „Demokratie leben!“ diese Veranstaltung organisatorisch und finanziell ermöglicht haben.
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