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Das Geheimnis der Ameisen

Ein Blick hinter die Kulissen meines „Jugend forscht“-Projekts

Eigentlich hatte ich den Wettbewerb „Jugend forscht“ immer nur als eine vage Idee im Hinterkopf. Dass ich selbst einmal dort stehen würde, schien mir unwahrscheinlich – bis mich meine Biologielehrerin Frau Siemes in der achten Klasse gezielt darauf ansprach. Aus einem vorsichtigen „Ich probier’s mal“ wurde ein Projekt, das mich über ein halbes Jahr lang intensiv begleiten sollte.

Von der Vogelsprache zur Ameisen-Chemie

Die Suche nach einem Thema war gar nicht so einfach. Nach Überlegungen zu Vogelsprache und Pflanzenwachstum landete ich schließlich bei der Welt der Ameisen. Mein Ziel: Herauszufinden, ob man den lebenswichtigen Nestgeruch, über den sich Ameisen identifizieren, künstlich übertragen kann.

Der Start in den Sommerferien war praktisch geprägt: Ich suchte mir ein gebrauchtes Terrarium bei Kleinanzeigenzusammen und bestellte mein erstes Volk bei einem Züchter. Als die Ameisen sechs Tage später in Reagenzgläsern per Post ankamen, wurde aus der Theorie plötzlich echte Verantwortung für lebende Tiere.

Die Realität im „Home-Lab“

Was ich unterschätzt hatte, war die Geduld, die man für die Arbeit mit Insekten braucht. Forschung bedeutet hier oft: Stillhalten.

  • Herausforderung Geduld: Um Ameisen für meine Versuche mit Papierröhren aus dem Nest zu locken, saß ich teils eine halbe Stunde völlig regungslos da.
  • Präzision: Da Ameisen auf feinste Duftspuren reagieren, musste ich mit Maske und Handschuhen arbeiten, um die Ergebnisse nicht durch meinen eigenen Geruch zu verfälschen.
  • Technik-Frust: 3 Millimeter kleine Insekten scharf auf Video zu bannen, war eine Geduldsprobe für sich – ebenso wie die Anmeldung auf der Wettbewerbs-Website, die nicht immer eindeutig anzeigte, ob meine Dateien wirklich hochgeladen waren.

Neuland: Die wissenschaftliche Arbeit

Ende Dezember kam eine ganz neue Hürde: Das Verfassen der schriftlichen Arbeit. Einen wissenschaftlichen Bericht mit fester Gliederung zu schreiben, war für mich absolutes Neuland. Es kostete viel Zeit, meine Beobachtungen und Videoanalysen der letzten Monate in die richtige Form zu bringen. Hier war ich froh über die Unterstützung durch Frau Siemes, bevor ich die Arbeit zwei Tage vor Fristende hochlud.

Der lange Tag im Seidenweberhaus

Der 19. Februar war schließlich der Tag der Entscheidung. Von 8 Uhr morgens bis 19 Uhr abends drehte sich im Krefelder Seidenweberhaus alles um mein Projekt.

Anfangs war ich beim Aufbau meines Standes zwischen den 400 anderen Teilnehmern ziemlich aufgeregt – bis dahin hatte ich ja nur alleine in meinem Zimmer geforscht. Doch während der Jury-Gespräche und der Zeit, in der ich Besuchern meine Videos zeigte, verflog die Nervosität schnell. Man merkte: Hier kochen alle nur mit Wasser, auch wenn viele Schulen mit großen AGs vertreten waren.

Das Fazit einer intensiven Zeit

Als bei der Preisverleihung am Abend mein Name für den zweiten Preis in Biologie aufgerufen wurde, war das ein Moment, in dem die ganze Arbeit der letzten Monate – das Stillhalten, das Filmen und das Schreiben – plötzlich Sinn ergab.

Ich bin todmüde ins Bett gefallen, aber mit einer wichtigen Erfahrung im Gepäck: Forschung ist oft kleinteilig, manchmal frustrierend und erfordert viel Selbstdisziplin – aber am Ende eine eigene Idee so weit gebracht zu haben, dass sie eine Jury überzeugt, ist eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

[Elias, 9d 25/26]

Stimme aus der Schule:

„Ich bin wahnsinnig stolz auf Elias Leistung. Besonders in seinem Vortrag vor der Jury ist er über sich hinausgewachsen (siehe Foto). Schon während der Vorbereitung hat Elias durch seinen selbstständigen und disziplinierten Einsatz bewiesen, dass er definitiv in der ‚1. Liga‘ von Jugend forscht spielt. Dass dieser Einsatz am Ende mit dem 2. Preis belohnt wurde, freut mich riesig. Elias, du hast wirklich Herausragendes geleistet!“
PS: Und wenn jemand fragen zu Ameisen hat – bitte an Elias wenden, mehr Fachkompetenz dazu hat keiner 😉.

 – Frau Siemes, Projektbetreuerin

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