StartAktuell„The Sky is the Limit“

„The Sky is the Limit“

Vom 15. bis zum 21. März 2016 waren sieben Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe Q1 in New York, um an einer Simulation einer UN-Konferenz teilzunehmen. Das Projekt nennt sich CWMUN – Change the World Model United Nations. Begleitet wurden wir von Herrn Pommerening und Frau Gungler. In dieser Zeit hatten wir Schülerinnen und Schüler die Chance, an einer großen, internationalen Konferenz teilzunehmen – und das in der Weltmetropole New York. Dies war für uns alle eine prägende Erfahrung, über die wir deswegen nun gerne berichten.

Was genau ist eigentlich Change The World Model UN?
Change The World Model UN (CWMUN) ist eine jährliche Konferenz, bei der um die 1500 junge Menschen aus aller Welt zusammentreffen. Die Teilnehmer dieser UN-Konferenz debattieren in verschiedenen Komitees über aktuelle Sachverhalte der internationalen Tagesordnung. Man setzt sich mit Problemen auseinander und versucht, gemeinsame Lösungen zu finden. Als einzige Sprache gilt Englisch, dass heißt wir lernen mit angemessenem Vokabular umzugehen, was nur förderlich für unsere Englischkenntnisse ist und uns verhandlungssicher in der Fremdsprache macht.
Ziel des Programms ist es, das Engagement und den Einsatz von jungen Erwachsenen zu bestärken und ihnen das Gefühl zu geben, ein mitbestimmender Teil der heutigen Gesellschaft zu sein.
Die Konferenz, an der wir MCG-Schülerinnen und Schüler teilnahmen, fand am 18.-20. März zu dem Hauptthema „Social Media and Democracy“ statt. Wir waren Teil von drei verschiedenen Komitees, die sich mit den Themen „The impact of Social Media on Democracy“, „The right to privacy in the digital era“ und „Mobile Technology for children health“ beschäftigten.

Im letzten Schuljahr haben wir Schülerinnen und Schüler aus der jetzigen Q1 den Cultural Studies Kurs belegt. Im Rahmen dieses Kurses durften wir an der Veranstaltung Model United Nations im Schloss Neersen teilnehmen. Während unseres Cultural Studies Unterricht haben wir uns zusammen mit Frau Gungler und dem Direktor der Organisation, Mr. C. Sholl, auf die Veranstaltung vorbereitet. Im März 2015 war es dann soweit, dass wir nach Neersen gefahren sind und an unserer ersten MUN Veranstaltung teilnehmen konnten. Wir hatten uns vorgenommen, mit vielen neuen Erfahrungen und Eindrücken nach Hause zu fahren, doch wurden wir auch für unseren Fleiß und unsere Vorbereitungen belohnt, indem wir zwei Auszeichnungen „Best Junior Speaker“ verliehen bekamen. Nicht nur wir waren stolz auf unsere Erfolge, die wir schon bei unserer ersten Konferenz verbuchen konnten, sondern auch der Gesundheitsminister Hermann Gröhe gratulierte uns herzlich und wünschte uns viel Erfolg bei unserer nächsten, vielleicht sogar größeren Konferenz. Dass wir auch Anerkennung außerhalb unserer Schule und sogar von wichtigen Politikern bekamen, erweckte in uns einen gewissen Ehrgeiz. Wir wollten an größeren Konferenzen teilnehmen und auch auf internationaler Ebene unser Können unter Beweis stellen.
Einige Wochen nach Beginn des neuen Schuljahres erhielt unsere Schule ein Schreiben von einer italienischen Organisation, Change the World Model United Nations, welche uns zu ihrer Konferenz nach Dubai und New York einlud. Da die Konferenz in Dubai allerdings schon im Herbst stattfinden sollte, entschieden wir uns dafür, an der Konferenz in New York teilzunehmen. Und so entstand der durchaus ehrgeizige Plan, nach New York zu reisen, den wir dann verwirklichen wollten. Auch wenn sich zwischendurch Zweifel einstellten, ob wir unseren Plan tatsächlich in die Tat würden umsetzen können, waren wir doch fest entschlossen, getreu unserem Motto „The Sky is the Limit“ alles für die Verwirklichung unseres „American Dream“ zu tun.

Daher folgten viele Schritte der Vorbereitung, die wir tun mussten, um nach New York fliegen zu können.
Zunächst einmal mussten wir uns inhaltlich vorbereiten. Letztes Jahr, als wir alle in der EF waren, haben wir im Cultural Studies-Kurs ja schon viel geübt, wie man debattiert. Durch die Teilnahme am Projekt in Schloss Neersen konnten wir schon praktische Erfahrung sammeln.
Nichtsdestotrotz war uns allen bewusst, dass CWMUN New York eine sehr große und internationale Veranstaltung ist – und dazu außerhalb Deutschlands.
Daher haben wir uns im Zuge der Vorbereitungen mit dem vorgegebenen Ablauf der Konferenz, der Arbeit in den Komitees und dem passenden Vokabular auseinandergesetzt.
Mittlerweile wurde uns mitgeteilt, dass wir die Tschechische Republik vertreten würden, das bedeutete, wir würden in die Rollen tschechischer Abgeordneter schlüpfen. (Kein Teilnehmer vertritt bei dieser Art von Simulation sein eigenes Land.)
Wir betrieben also einige Recherchen über das Land selbst, um es besser vertreten zu können.
Darüber hinaus haben wir, wie alle Delegierten, ein Position Paper verfasst. Dies ist ein Formular, in dem wir unsere Position (also die des Lands Tschechien) zu dem Thema unseres Komitees zusammenfassen. Dies hat uns in der Konferenz später geholfen, da man sich schon intensiv mit den Ansichten des zu vertretenden Landes auseinandergesetzt hat.

Abgesehen von unserer inhaltlichen Vorbereitung, mussten wir natürlich auch die Reise planen.
Da die Reise-, sowie die Teilnahmekosten an der Konferenz nicht gerade ein Schnäppchen waren, wollten wir Sponsoren anwerben und gleichzeitig auf unseren Wunsch aufmerksam machen.
Wir realisierten erst, dass unser Traum in Erfüllung gehen würde, als wir Sponsoren gefunden haben. (Unser Dank gilt der Sparkasse Neuss, der Wehrhahn-Stiftung und der Bürgerstiftung Neuss).
Zusätzlich haben wir sehr fleißig gebacken und an schulischen Veranstaltungen Kekse, Kuchen und Herzhaftes verkauft. Gleichzeitig konnten wir Lehrern, Schülern und Eltern über unser Traumprojekt erzählen. Um unserem Reiseziel gerecht zu werden, gab es Kekse in Form der Freiheitsstatue und amerikanische Dekoration an unseren Verkaufsständen.
So rückte die Reise immer näher und gleichzeitig wuchs unsere Aufregung vor der großen CWMUN Konferenz.

Und endlich trafen wir uns dann am Vormittag des 15. März am Flughafen Düsseldorf, um die große Reise anzutreten. Wir waren alle aufgeregt und gespannt auf das, was uns erwarten würde.
Die stundenlange Flugzeit nutzten wir, um uns noch einmal zu entspannen – soweit es ging.
Endlich kamen wir am Flughafen Newark an und mussten allerdings etwas auf unser Gepäck warten und die Einreiseformalitäten bestehen.
Anschließend ging es nach Brooklyn zu unserem Hotel. Dort wohnten wir jedoch nicht lange, denn am 18. März begannen die CWMUN-Konferenzen und wir zogen nach Manhattan ins „Grand Hyatt“ Hotel wie alle anderen Teilnehmer auch.
Und dann war der Moment der Konferenzen da.
Besonders toll war, dass die Veranstaltung im Hauptquartier der Vereinten Nationen stattfand. Wir erkannten das Gebäude und einige Räume aus dem Fernsehen wieder. Es ist schon ein tolles Gefühl, sich dort bewegen zu können, wo so viele bedeutende Staatenlenker mit ihren Reden Geschichte geschrieben haben.
Natürlich mussten alle Teilnehmer zuvor an der Sicherheitskontrolle anstehen (am ersten Tag warteten wir circa zwei Stunden; an den anderen Tagen ging es schneller).

Zuerst stand am 18. März die Eröffnungszeremonie in der „General Assembly Hall“ an.
Anwesend waren hier unter anderem der ehemalige italienische Regierungschef Enrico Letta sowie Letizia Moratti, ehemalige Bürgermeisterin von Mailand und Mitveranstalterin der Expo in Mailand letztes Jahr. Diese ermutigten uns, rege an den Sitzungen in den folgenden Tagen teilzunehmen und uns unserer Möglichkeiten bewusst zu werden, die Welt zu verbessern, ganz im Sinne der jugendlichen Friedennobelpreisträgerin Malala Yousafzai, die in ihrer Rede im gleichen Raum gesagt hatte „One child, one teacher, one book and one pen can change the world.“
Am (frühen) Morgen nach der Eröffnungszeremonie begaben wir uns vom Hotel aus zu den Vereinten Nationen. Schon auf dem Weg wurde man von vielen Schülern aus der ganzen Welt befragt, aus welchem Land man kommen würde und in welchem Komitee man sitzen würde. Hat man herausgefunden, dass man nicht im selben Komitee sitzt, so war die Unterhaltung beendet. Sitzt man jedoch im selben Komitee und die Länder, die man vertritt, passen einigermaßen zusammen, wurden die Verhandlungen schon aufgenommen.
Im Konferenzraum angekommen wurden wir schon von einer Mitarbeiterin der Vereinten Nationen begrüßt und uns wurde ein Vortrag darüber gehalten, wie man sich bei den Vereinten Nationen engagieren kann, zum Beispiel als Freiwilliger in einem Flüchtlingscamp. Anschließend wurde die Anwesenheit der Delegationen überprüft. Nervös meldeten wir uns mit dem Satz „Honorable Chair, fellow delegates, the Czech Republic is Present” an. Im Folgenden wurde eine Rednerliste erstellt, durch die die Delegierten sich schon mal Aufmerksamkeit verschaffen konnten. Während den Sitzungen ist es nur den Vorsitzenden und dem Redner erlaubt zu reden, weshalb es Leute gibt, die Nachrichten auf kleinen Zetteln von Delegation zu Delegation überbringen. So versendeten wir Notizen an andere Delegationen, bekamen aber auch nach unserer Rede Nachrichten von anderen Delegationen zugesandt, in welchen meistens geschrieben wurde, dass man sich eine Kooperation vorstellen könne.
Die erste Stunde verging auf diese Weise schnell und es wurde schließlich ein „unmoderated Caucus“(„unmod“), eine Phase, in der man sich frei im Raum bewegen und mit jedem reden kann, mit dem man möchte, beantragt und gebilligt. Zusätzlich werden in den „unmods“ erste Resolutionsentwürfe ausgearbeitet und Bündnisse geschmiedet. Auch das Werben um neue Bündnispartner sollte sich später als Hauptbeschäftigung in den „unmods“ herausstellen. Gleichgesinnte Bündnispartner wurden zum Beispiel in Argentinien und Lettland gefunden.

Nach einer Mittagspause bearbeiteten wir unseren Resolutionsentwurf weiter, was nun sogar außerhalb des „unmod“ möglich war, da wir zusammen gleichzeitig über das Internet an einem Dokument arbeiten konnten. Man gewöhnte sich also schnell an den Ablauf und war nun nicht mehr aufgeregt, sondern hat sich mit seiner Rolle identifiziert und in seinem Komitee über verwandte Themen des Hauptthemas „Der Einfluss von Medien auf Demokratie“ debattiert.
So ging der erste Tag zu Ende und wir verbrachten den Rest des Abends und der Nacht mit dem Schreiben von Reden für den nächsten Tag und anschließend mit einem tiefen Schlaf.

Mit einer mittlerweile gewissen Normalität passierten wir am Sonntagmorgen die Sicherheitskontrollen der Vereinten Nationen und fanden uns im Konferenzraum ein. Die Debatten konnten weitergehen, wobei neben den finalen Statements über die ausgearbeiteten Entwürfe und der Abstimmung selbst fast nur noch „unmods“ auf dem Tagesplan standen. Nach mühseliger Überzeugungsarbeit sämtlicher Delegationen stand dann auch das Ende der Debatte an. Alle Koalitionen stellten ihre Entwürfe vor. Schließlich mussten die Entwürfe abgelehnt oder angenommen werden. In letzterem Fall werden diese dann zu „Resolutions“. Diese Arbeit ließ uns die oft langwierigen Prozesse der politischen Entscheidungsfindung in der Realität ein gutes Stück weit besser verstehen.

Zuletzt stand dann noch die Abschlusszeremonie auf der Agenda. Anwesend waren hier diverse Journalisten und der Italienische Botschafter und Andrea Pirlo. Stattgefunden hat diese, wie die Eröffnungszeremonie, in der „General Assembly Hall“. Feierlich wurden Auszeichnungen vergeben und Reden zu der aktuellen politischen Situation in der Welt gehalten.
Die Konferenztage waren für uns alle anstrengend, aber sehr spannend und lehrreich.

Nichtsdestotrotz blieben uns natürlich auch einige Tage zur freien Verfügung. Wenn man schon einmal in einer Stadt wie New York ist, möchte man diese auch kennenlernen.

Also, was lässt sich sagen über New York, die Stadt die von vielen als Hauptstadt der Welt bezeichnet wird? Überwältigend trifft es ganz gut. Jedenfalls waren wir alle wohl etwas sprachlos angesichts ihrer Größe, der Vielfalt und der Lebendigkeit, die dort herrschte. Ja, natürlich wusste man vorher, dass New York ein kleines bisschen größer als Neuss sein würde, aber dass man zum Beispiel 54 Jahre bräuchte, um in alle Restaurants zu gehen, wenn man täglich einmal auswärts essen würde, hat einem dann doch noch einmal die Dimension vor Augen geführt.
Unser Sightseeing-Programm hat dementsprechend nur ein Bruchteil aller Attraktionen abdecken können, war aber – wie wir gerne lobend erwähnen würden – perfekt und effizient organisiert. Falls Frau Gungler das Lehrerdasein doch irgendwann mal an den Nagel hängen möchte, kann sie problemlos als erfolgreiche Reiseorganisatorin anfangen. Herr Pommerening hingegen sorgte stets für unser kulinarisches Wohlbefinden und schaffte es jedes Mal, uns schnell zum nächsten Restaurant mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis zu führen.
Wenn wir jetzt pauschal ein Highlight der ganzen Gruppe auswählen müssten, wären wir damit ehrlich gesagt ziemlich überfordert, denn während Frau Gungler wohl Stunden in der Public Library hätte verbringen können, standen für andere das Rockefeller Center, die Brooklyn Bridge, der Central Park oder Macy’s – das größte Kaufhaus der Welt – ganz oben auf der Liste.
Herr Pommerening indessen hätte wohl zu gerne stundenlang in Weinläden gestöbert und diverse Steak-Restaurants ausprobiert, wovon wir ihn jedoch erfolgreich haben abhalten können, unter anderem weil sich zwei eingefleischte Vegetarier in unserer Gruppe befanden.
Was bei uns allen jedoch einen Eindruck hinterlassen hat, war die Grand Central Station, da sie mit kunstvoll gestalteten Gewölbe und ihren riesigen Hallen so gar nicht an das erinnerte, was man sich normalerweise unter einem Bahnhof vorstellt, sondern eher einem wunderschönen historischen Bauwerk glich. Was sie nun eben mal auch ist.
Was gar nicht Teil unseres Sightseeing Programms, aber deswegen nicht weniger beeindruckend war, war unser Hotel. Das Grand Hyatt. Einige erinnerte die Eingangshalle zwar an das Trainingslager aus „Die Tribute von Panem“, aber die Zimmer fanden bei allen großen Gefallen, dank der spektakulären Sicht auf die Skyline und die luxuriöse Innenausstattung. Auch der riesige Marmorsaal mit seinen funkelnden Kronleuchtern, in den einige versehentlich während eines Maskenballs auf der Suche nach dem eigenen Zimmer platzten, hinterließ doch mächtig Eindruck.
Aber auch der angekündigte Delegationsball, den einige von uns eher fürchteten (der männliche Teil der Gruppe), während die anderen ihm entgegenfieberten, erwartete uns mit einer Überraschung, da er sich entgegen unserer Annahmen nicht als formeller Ball sondern eher als eine Diskoveranstaltung entpuppte, was wir leider erst herausfanden, als wir in Ballkleidern und Smoking aus dem Auszug stiegen.
Was sich aber definitiv feststellen lässt, ist, dass die kurze Zeit, die wir in New York verbringen durften, wahnsinnig erlebnisreich und intensiv war. Wir haben sowohl Konferenzen als auch das Sightseeing sehr genossen. Ein großes Dankeschön geht an unsere Lehrer für ihre Unterstützung! Wir sind uns sicher, dass dieser Trip uns wohl noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
[Melanie Busch, Jan Di Benedetto, Franziska Halbhuber, Charlotte Reinle, Q1]

New York MCG 2016 United Nations Conference

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