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Nie wieder ist jetzt!

Um an den 27. Januar 1945 zu erinnern (den Tag, an dem das Vernichtungslager Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit wurde) und den Opfern der nationalsozialistischen Herrschaft Respekt zu zollen, sind wir, der Q2 LK Geschichte, zusammen mit Frau Schlößer nach Düsseldorf Derendorf gefahren. Vor Ort nahm der Kurs an einer Führung auf dem Gelände des ehemaligen „Alten Schlachthofs“ teil und beteiligte sich abschließend an einem von der jüdischen Institution SABRA konzipierten und vom Jugendring Düsseldorf durchgeführten Escape Game.

Unsere erste Anlaufstelle war ein Erinnerungsort auf dem Gelände des ehemaligen städtischen Schlachthofs in Düsseldorf, wo sich heute die Hochschule Düsseldorf befindet. In der sogenannten Großviehmarkthalle (der Großteil der damaligen Gebäude wurde abgerissen) haben nicht nur die Hochschulbibliothek, sondern auch der Erinnerungsort „Alter Schlachthof“ seinen Platz gefunden. 

Der Ort erinnert an die Verbrechen, die während des Zweiten Weltkriegs begangen wurden und ist in fünf Bereiche unterteilt. Die Erkundung kann (muss aber nicht) mit einer digitalen Audiotour (der QR-Code hängt am Fenster der Bibliothek) gemacht werden und ist kostenlos. 

Vor der Bibliothek befindet sich eine Art Infotafel, die sich mit der Geschichte des jüdischen Lebens, der Verfolgung durch die Nationalsozialisten sowie der Aufarbeitung nach dem Zweiten Weltkrieg und Geschehnissen wie Anschlägen in Hanau (2020) oder Solingen (1992) beschäftigt.

Nachdem wir das Gebäude der Bibliothek erreicht hatten, ging es im zweiten Teil weiter mit Biografien, Zitaten und Bildern von Juden und Jüdinnen, die diesen Ort mit all seinen Facetten kennengelernt hatten, da sie hier ihren letzten Tag in Freiheit verbracht hatten. Fast 6.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus dem gesamten Regierungsbezirk Düsseldorf mussten sich in dieser ehemaligen Großviehmarkthalle zu insgesamt sieben Transporten einfinden. Dort wurden sie durchsucht, ausgeraubt und hatten eine Nacht zu verbringen, ohne zu wissen, was am nächsten Tag passieren würde. Danach wurden fast alle Männer, Frauen und Kinder oft in Ghettos in Osteuropa gebracht, bevor sie dann in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert wurden.

Da es sich um die ehemalige Großviehmarkthalle handelt, konnte auch dieser Teil erkundet werden, indem wir uns mit eingezogenen Köpfen – dieses Gefühl der Art und Weise, wie die Menschen vor Ort zusammengebracht wurden, hat uns alle ergriffen und die Atmosphäre ganz ruhig werden lassen – auf die Rampe herunter begaben, während wir der Audiotour mit unseren Smartphones weiter aufmerksam folgten. Auch hier gibt es zusätzliche digitale Medien, die parallel zur Audiotour genutzt werden können. Da die Rampe früher von zwei Seiten genutzt wurde, gingen wir auf der anderen Seite wieder hoch und kamen zum dritten Bereich. An dieser Stelle gab es weitere Bilder, diesmal jedoch u.a. von den Tätern, die vor Ort gearbeitet haben oder zur Gestapo gehörten und die Befehle ausführten und über das Leben anderer Menschen entschieden.

Da wir uns heute im Gebäude rund um die Bibliothek befanden, besuchten wir auch noch den Originaltrug in der Bibliothek. Dort gab es zusätzliches Informationsmaterial, das sich auf ganz unterschiedliche Bereiche fokussierte, wie beispielsweise jüdisches Leben in Düsseldorf und Biografien.

Nach der Ausstellung kehrten wir zum Jugendring zurück, um den zweiten Teil unserer Exkursion zu vollenden.
 Das Escape Game, das wir im Jugendring Düsseldorf spielen durften, hieß „Fixing the Boat – Finding Identity“ und sollte über die jüdische Geschichte und Tradition aufklären. Den Machern des Spiels (SABRA) ist aufgefallen, dass viele Juden und Jüdinnen nur auf den Holocaust oder Antisemitismus reduziert werden und sie deshalb versuchen, durch dieses spannende Mitmachspiel ein authentischeres Bild zu vermitteln und alte Klischees zu überwinden. Sie möchten Neugier wecken und eine einfache, aber spannende Reise durch vier Generationen ermöglichen.

Am Jugendring angekommen wurden zunächst Fragen geklärt und wir wurden in die Mission des Spiels eingeführt. Man wurde an Bord eines Schiffes geführt, das durch einen aufkommenden Sturm gefährdet war, unterzugehen. Dieser „Sturm“ befand sich im Kopf der jüngsten Generation (einem Mädchen) und zielte darauf ab, einer individuellen Familiengeschichte auf die Spur zu gehen, um Erinnerungen wieder greifbar zu machen. Die Aufgaben und Rätsel handelten von ihrer Familie und den verschiedenen Generationen und ihrem Zugehörigkeitsgefühl zur Gesellschaft. Es ging auch um historische Ereignisse wie die Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten, die verschiedenen Orte, an denen die jüdische Bevölkerung verfolgt wurde, und wesentliche Traditionen des jüdischen Glaubens.

Unsere Aufgabe bestand darin, mit Hilfe von Rätseln das Schiff (das Gedächtnis) vor dem Kentern zu bewahren. Um dies zu schaffen, waren eine gute Kommunikation und Zusammenarbeit als Team notwendig, da manche Aufgaben als Einzelperson nicht möglich waren, wie das Verbinden der vier Hauptelemente des Spiels, die am Ende durch Bänder und alle Teilnehmer:innen zusammengeführt werden mussten.
Abschließend führten wir erneut gegenseitigen Austausch und eine Reflexion über die jüdische Identität durch.

Unser persönliches Fazit: Natürlich war jeder von uns im Leistungskurs über die schweren Taten und Folgen des Nationalsozialismus informiert. Allerdings gingen uns die ganzen Geschichten und Biographien sehr nahe ans Herz und erneut haben wir begriffen, dass das, was damals angerichtet wurde, sich niemals wiederholen darf.
Unser persönliches Fazit: Natürlich waren wir alle im Leistungskurs über die schweren Taten und Folgen des Nationalsozialismus informiert. Jedoch gingen uns die ganzen Geschichten und Biographien sehr nah ans Herz und wir haben erneut begriffen, dass das, was damals angerichtet wurde, sich niemals wieder wiederholen darf! Menschen dürfen nicht aufgrund ihrer Religion als minderwertig betrachtet, verfolgt, ausgegrenzt oder getötet werden!

Obwohl es eine ganz andere Art des Erinnerns war, als wir es im Kurs geplant hatten, war es eine gelungene Möglichkeit, sich mit der Thematik zu beschäftigen.

[Hawin und Mira, Geschichte LK, Q2 23/24]

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