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Digitales Zeitzeugengespräch in der Q2

Traditionell wird im Leistungskurs Geschichte in der Q2 ein Zeitzeugengespräch durchgeführt. Durch die Pandemie gestaltete sich dies 2021 etwas schwieriger als sonst – aber nicht unmöglich. Denn durch die neuen digitalen Möglichkeiten konnte Herr Andreas Herzog, Zeitzeuge zur DDR-Geschichte, über den BBB zu einem Gespräch eingeladen werden. Am 24.03. um 18:00 Uhr war es dann so weit, die Leistungskurse von Frau Schlösser und Herrn Schmitt trafen sich virtuell mit dem von zu Hause aus zugeschalteten Zeitzeugen. Auch einige interessierte Kolleginnen und Kollegen waren bei dem Gespräch dabei.

Die Geschichte von Herrn Herzog ist vielschichtig und zeigt, dass das Leben in der DDR nicht frei von Brüchen verlief. Andreas Herzog, Jahrgang 1958, wuchs an der Grenze zur Tschechoslowakei auf und lebte dort im „Tal der Ahnungslosen“, wie es im DDR-Volksmund hieß. Der Grund: Das Westfernsehen konnte in diesem ganz östlich gelegen Teil nicht mehr empfangen werden. Die Liebe zur Natur ließ ihn sich zunächst für eine Laufbahn als Forstarbeiter entscheiden, doch verschlug es ihn schließlich nach Ost-Berlin, wo er für drei Jahre als Soldat stationiert wurde. In einem Wachregiment, dessen Aufgabe primär der Objektschutz von SED-Gebäuden war, tat er Dienst und erkannte hierbei die vielfältigen Ungerechtigkeiten und Drangsalierungen, die von dem SED-Regime ausgingen. Es entstand der Wunsch, die DDR zu verlassen. Doch die Staatssicherheit verhinderte dies und eine lange Gefängnisstrafe wegen Fahnenflucht wurde gegen Herrn Herzog ausgesprochen. Die Haft von fünf Jahren und sechs Monaten verbrachte er vollständig in in der Sonderhaftanstalt Bautzen II. Dort, dies schilderte er den Schülerinnen und Schülern eindrücklich, war er permanenter psychischer Folter ausgesetzt. Im Anschluss an diese Haft wurde er ausgebürgert und durfte in den Westen ausreisen.

Nach diesem bewegenden Vortrag stellten die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Fragen, die besonders die im Unterricht behandelten Themen betrafen. Es bleibt zu hoffen, dass diese sehr wichtigen Gespräche, die die Komplexität von historischen Vorgängen zeigen, in Zukunft wieder persönlich durchgeführt werden können. Wir danken Herrn Andreas Herzog sehr herzlich dafür, dass er sich für diesen Austausch die Zeit genommen hat.

[Sch]

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